Aktualisiert am 12.05.2018
Typische Fehler
Aufgrund der geringen Aufklärungsarbeit wissen nur die wenigsten Betroffenen wie man sich in Mobbingsituationen richtig verhält. Meist sind unsere natürlichen Reaktionen nicht die besten. Ich selbst habe etliche Fehler begangen und mir dabei immer weiter selbst geschadet. Diese zu vermeiden hätte mir ungemein geholfen.
Damit du es besser machen kannst, erfährst du im nachfolgenden Text mehr über die Irrtümer und welche Konsequenzen diese haben. Außerdem lernst du, wie du dich in Mobbingsituationen richtig verhältst.
Zuerst möchte ich dir hier alle Fehler auflisten, bevor ich genauer auf sie eingehe. Mit einem Klick auf den Link kannst du direkt zu dieser Stelle springen:
1. Nichts tun und Ernsthaftigkeit der Situation unterschätzen
2. Dem Mobber gefallen wollen
3. Blinder Aktionismus
4. Den Mobber vor Anderen verteidigen
5. Aggressiv werden
6. Mobber verstehen wollen
7. Die Schuld bei sich suchen
8. Verzweifelt diskutieren
9. Rachephantasien
10. Sich über Mobber ärgern
11. Rauschmittel
12. Ess- und andere Gewohnheiten verändern
13. Sich von Freunden und Familie verrückt machen lassen
1. Nichts tun und Ernsthaftigkeit der Situation unterschätzen
Vor Allem zu Beginn des Mobbings, unterschätzen viele Opfer die Attacken von Arbeitskollegen oder Vorgesetzten. Oftmals kannst du aber genau in dieser Phase Mobbing am besten abwehren.
Wenn du nichts gegen die ersten Sticheleien unternimmst und die Situation unterschätzt, findest du dich schnell als Mobbingopfer wieder. Dein Peiniger merkt, dass er mit dir tun und lassen kann was er möchte und wird das schamlos ausnutzen.
Du bist praktisch wie ein Spielball für ihn, den er behandeln kann wie er gerade gelaunt ist.
Doch nicht nur das. In den meisten Fällen, geht das Mobbing zunächst von nur einer Person aus, bevor sich mit der Zeit immer mehr Kollegen anschließen. Dies gilt es zu vermeiden, indem du deine Situation ernst nimmst und auf meiner Seite mehr über das Thema Mobbing am Arbeitsplatz lernst. Versuche die nachfolgenden Fehler zu unterlassen und gehe bewusst, sowie aktiv gegen das Mobbing vor.
2. Dem Mobber gefallen wollen
Auch das ist einer der ersten Irrtümer die es bei Mobbing gibt. Du wirst gehänselt und es gibt ein paar Sticheleien. Es ist natürlich zu denken, dass der Mobber einen selbst nicht mag und man ihm deshalb gefallen muss.
Aber das ist ein völlig falscher Ansatz.
Stell dir vor, du bist derjenige der andere Arbeitskollegen mobbt. Du machst also Späße auf Kosten einer bestimmten Person und hast damit die Lacher auf deiner Seite. Es fühlt sich gut an, wenn du einen Spruch klopfst und die Macht über dein Opfer spürst.
Nach ein paar Späßen fängt der Betroffene an, besonders nett zu dir zu sein. Das bedeutet für dich, du machst dich über ihn lustig und deshalb ist er jetzt besonders zuvorkommend.
Würdest du als Mobber aufhören?
Wahrscheinlich nicht.
Also lass dich auch nicht so behandeln und hör auf den/die Nette/n zu spielen.
3. Blinder Aktionismus
Mindestens genauso schlimm wie nichts tun ist wohl blinder Aktionismus. Dieser kann sich unterschiedlich äußern. Manchmal erzählen Opfer jedem davon, versuchen zu diskutieren, werden lautstark oder auch aggressiv.
Je wilder desto schlimmer. Es ist nicht verkehrt mit bestimmten Personen darüber zu sprechen, oder sich zu wehren. Wichtig ist aber, wem man was erzählt und wie man sich verteidigt.
Wenn du beispielsweise der falschen Person davon erzählst und diese sich gut mit deinem Mobber versteht, kann sich das Mobbing schnell verschlimmern. Auch andere überstürzte Aktionen wirst du schnell bereuen, sie zeigen dem Mobber, dass du emotional verwundbar bist und geben ihm Anreiz weiter zu schikanieren.
Handle also nicht irgendwie, sondern gehe überlegt und klug vor.
4. Den Mobber vor anderen verteidigen
Was zuerst vielleicht abwegig erscheint, passiert sehr oft. Auch mir ist dieser Fehler unterlaufen. Wie genau, kannst du hier nachlesen.
Wenn man die Situation genauer betrachtet, wird schnell klar warum Menschen bzw. Mobbingopfer dazu neigen, ihren Peiniger zu verteidigen.
Wirst du gemobbt, so wirkt sich das auf deine Stimmung aus, was wiederum andere mitbekommen. Dadurch sprechen Partner oder Freunde dich drauf an, aber weil du kein Mitleid möchtest, redest du alles klein und verteidigst den Mobber. Ist ja alles halb so wild.
Indem du den Angreifer in Schutz nimmst, löst du oftmals Unverständnis bei deinen Mitmenschen aus. Sie sorgen sich um dich und können dein Verhalten nicht nachvollziehen. Aber Verständnis ist ein wichtiger Grundbaustein in zwischenmenschlichen Beziehungen.
Personen die merken, dass etwas nicht stimmt, sind meist Personen welche deine Ehrlichkeit verdient haben. Nicht immer, aber in vielen Fällen kannst du genau mit diesen Menschen über Probleme reden, Verständnis bekommen und neue Kraft tanken. Aber dazu darfst du den Mobber nicht verteidigen.
5. Aggressiv werden
Aggressive Reaktionen können mehrere schlimme Folgen nach sich ziehen. Fährst du nach einer Mobbing Aktion aus der Haut, so stehst du vor Kollegen und Chef schlecht da. Es zeigt, dass du dich nicht unter Kontrolle hast und impulsiv oder möglicherweise sogar gefährlich für deine Mitmenschen bist. Außerdem kann es zu einer Abmahnung, Kündigung oder gar Anzeige kommen, abhängig von der Intensität deines Ausrasters.
Auch wenn ich vollstes Verständnis dafür habe, solltest du versuchen dich zu kontrollieren.
Meistens bereut man eine solch aggressive Aktion nachher auch noch und es wird einem selbst ziemlich unangenehm. Aber das kannst du verhindern, wenn du dich immer im Griff hast.
Leichter gesagt als getan bei so manch einer Mobbingaktion. Schließlich ist die Situation von tausenden Emotionen geladen. Aber es ist möglich. Wie du mit dem Gefühlschaos fertig wirst und deine Situation durch gezielte und einfache kleine Schritte in den Griff bekommst, zeige ich dir in meinem E-Book.
6. Mobber verstehen wollen
So wie die Frage warum wir Leben und was der Sinn davon ist, denkt man auch bei Mobbing auf der Arbeit darüber nach, warum man gemobbt wird.
Es ist also nichts besonderes wenn auch du schon versucht hast, deinen Mobber zu verstehen und dir Gedanken darüber gemacht hast.
Ich kann dir aber sagen, dass das nichts bringt. Hör auf dir Gedanken darüber zu machen. Um das Mobbing zu besiegen, musst du nicht einmal wissen warum du gemobbt wirst.
Achte also mehr auf dich selbst und auf die Personen die du gern hast und liebst, als auf irgendwelche Kollegen die dir etwas schlechtes wollen. Sie sind deine Gedanken gar nicht wert.
Solltest du doch unbedingt wissen wollen, was die meist genannten Gründe für Mobbing sind und was die aktuelle Forschung sagt, findest du hier mehr Informationen darüber.
7. Die Schuld bei sich suchen
Wenn ich sage du sollst mehr auf dich selbst achten, meine ich damit nicht, dass du die Schuld bei dir suchen sollst.
Ganz im Gegenteil, wenn du zu viel darüber nachdenkst, was du falsch gemacht hast oder was an dir nicht passt, entstehen schnell Selbstzweifel und du fängst an, ständig Angst davor zu haben einen Fehler zu machen. Dein Selbstwertgefühl sinkt und du entwickelst auch schnell Selbstmitleid.
Es hätte genauso gut irgendeinen anderen Kollegen treffen können.
Sich in bestimmten Maße selbst zu reflektieren ist wichtig und das solltest du vielleicht auch machen, aber suche die Schuld nicht ständig bei dir. Das zieht dich nur runter.
8. Verzweifelt diskutieren
Durch die Fragen warum ein Mobber so handelt wie er es tut und dem Unverständnis für sein Verhalten, neigt man schnell dazu, verzweifelt diskutieren zu wollen. Man stellt dem Mobber fragen und macht ihm dabei Vorwürfe. Meist wirkt man dabei besonders aufgebracht und verzweifelt.
Leider geht dieser Schuss meist nach hinten los. Besonders wenn du verzweifelt wirkst. Das suggeriert dem Mobber, dass du schwach wirst, er stärker ist und sein Handeln von Erfolg gekrönt ist.
Du möchtest aber sicher nicht, dass er so etwas denkt.
Stattdessen solltest du die Ruhe bewahren, dich nicht irritieren lassen und ihn direkt auf sein Fehlverhalten ansprechen. Wie genau du das angehen kannst findest du unter den Methoden gegen Mobbing.
9. Rachephantasien
Rachephantasien hatte wahrscheinlich jedes Mobbingopfer schon einmal. Und im Grunde gibt es schlimmeres, da es nicht direkt das Mobbing beeinflusst.
Allerdings können dich diese Gedanken aggressiv oder sprunghaft werden lassen. Wie du bereits weißt ist es jedoch enorm wichtig die Fassung behalten zu können.
Welche Auswirkungen aggressive Reaktionen haben können, hast du oben bereits gelesen.
Außerdem ist es Zeitverschwendung und du hast doch besseres zu tun, als dir gewalttätige oder bösartige Szenen auszumalen.
PS: Die beste Rache ist Gleichgültigkeit und Erfolg.
10. Sich über Mobber ärgern
Mindestens genauso viel Zeitverschwendung wie Punkt 9 ist es, wenn du dich die ganze Zeit über den Mobber ärgerst.
Deine negativen Gedanken, wirken sich auf deine Gefühle aus und die wiederum auf dein Leben.
Lass dir dein Leben nicht von deinem Mobber versauen. Es ist doch schließlich dein Leben und du sitzt am Steuer und bist der Chef.
Hier sind ein paar Tipps, um deinem Ärger Luft zu machen:
- Geh eine Runde spazieren
- Reagier dich beim Sport ab
- Mach etwas, was dir Spaß macht
- Unternimm etwas, was du schon lange machen wolltest
- Hör Musik die dir gute Laune macht
11. Rauschmittel
Weder Alkohol, Drogen noch Zigaretten sind eine Lösung für dein Problem.
Durch diese Beeinflussung deiner Psyche wird das Mobbing bestenfalls nur kurzzeitig verdrängt, um dann wieder aufzutauchen.
Es ist also kein sinnvoller Lösungsweg. Stattdessen ist es wichtig sich unter Kontrolle zu haben und durchdacht vorzugehen, um das Mobbing am Arbeitsplatz besiegen zu können.
12. Ess- und andere Gewohnheiten verändern
Es gibt gute, schlechte und neutrale Angewohnheiten.
Achte darauf, deine Guten nicht in Schlechte umzuwandeln. Es ist wichtig gewisse regelmäßige Abläufe zu haben, sie wirken wie eine Konstante auf unser Leben, selbst wenn sie noch so unwichtig erscheinen.
Wenn du also normal 3 mal am Tag isst und 8 Stunden schläfst, solltest du nicht plötzlich den ganzen Tag essen und 10-11 Stunden schlafen oder nur noch 1-2 mal am Tag essen und 4-5 Stunden schlafen.
Verändere diese Gewohnheiten nur in kontrolliertem Maße, wenn du ein bestimmtes Ziel verfolgst, jedoch nicht durch Angst, niedrigem Selbstbewusstsein oder sonstigen negativen Emotionen.
Um einen klaren Kopf zu haben, braucht dein Körper Energie und Abläufe die sich wiederholen. Das bedeutet nicht, du sollst dich voll stopfen und den ganzen Tag das selbe machen, aber ich denke du verstehst, was ich mit gesunden Gewohnheiten meine.
Hier habe ich noch ein paar Angewohnheiten für dich, welche positiven Einfluss haben. Ich bin mir sicher die ein oder andere ist für dich dabei:
- Sport machen
- Lesen (beispielsweise mein E-Book – „Mobbing am Arbeitsplatz besiegen“ oder „Das Power Prinzip“ von Anthony Robbins* und dieses tolle Buch über „Emotionale Intelligenz“*)
- In die Natur gehen
- Meditieren
- Spazieren gehen
- Yoga
- Ziele setzten
Gesunde Routinen zu haben, ist besonders als Mobbingopfer wichtig, da das Mobbing viel Kraft kostet, emotionale Schäden zufügt und die Gefahr besteht depressiv zu werden. Durch die Routinen kannst du Kraft tanken, emotional ausgeglichen sein und eine positive Einstellung wahren.
13. Sich von Freunden und Familie verrückt machen lassen
Es ist gut mit Personen deines Vertrauens über das Mobbing zu sprechen und das Leid nicht allein tragen zu müssen. Allerdings kann das auch in die Hose gehen, wenn man nicht weiß wie.
Jeder meint er könne dir helfen, du bekommst die wildesten Ratschläge und vielleicht sogar welche, die in diesem Artikel als Fehler aufgelistet werden. Du versuchst ein paar dieser Tipps umzusetzen und alles wird nur noch schlimmer. Daraufhin verzweifelst du langsam und weißt nicht mehr was du nun unternehmen sollst und was nicht.
Aber so weit muss es nicht kommen! Zumindest nicht wenn du das hier liest.
Sicherlich sind die Ratschläge nicht böse gemeint, aber leider kennen sich viel zu wenig Menschen mit diesem Thema aus. Du wirst einen Zahnarzt wahrscheinlich nicht um Rat fragen, wenn du dir eine Brille kaufen willst.
Deshalb ist es wichtig, sich ausführlich (und gemeinsam) über das Thema Mobbing zu informieren und sich nicht von Halbwahrheiten, die mal jemand irgendwo gehört hat, verrückt machen zu lassen. Lass dich emotional unterstützen, aber nicht verrückt machen.
Nachdem du nun weißt, welche Fehler du nicht machen darfst und wie du dich in verschiedenen Situationen verhalten solltest, ist es nun an der Zeit selbst zu agieren. Wie genau du das machst, erfährst du auf dieser Seite.
Ich wünsche dir viel Erfolg auf deinem Weg!
Deine Anja 🙂
*Das Sternchen steht für einen Affiliate-Link. Das bedeutet ich bekomme eine kleine Provision für deinen Einkauf bei Amazon. Dir entstehen dadurch keinerlei Mehrkosten oder Nachteile.